also...peru. ein schönes land. obwohl sehr ähnlich wie bolivien, gibt es doch einige feine unterschiede. zum einen scheinen die leute wieder offener zu sein. das essen ist anders und die souvenirs teilweise von besserer qualität. dafür sind die preise leider allgemein einiges höher.
seit gestern sind wir in arequipa, einer schönen stadt auf 2600m, mit sehr angenehmem klima. wir sind heute sogar in jupe und t-shirt rumgelaufen - unglaublich, nur schon im vergleich mit puno, wo man pullover und jacken anziehen musste!
viele der häuser in arequipas zentrum sind aus tuffstein erbaut, weshalb man sie die "weisse stadt" nennt. heute haben wir das dominikanerinnen-kloster santa catalina besucht. dieses ist eine kleine stadt in der stadt. bis vor vierzig jahren haben hier die nonnen völlig zurückgezogen gewohnt, ganz ähnlich wie in jenem kloster in potosi. nur ist dieses hier einfach riesig, es umfasst mehr als 2ha! und die nonnen haben in luxus gewohnt: jede hatte ein grosses zimmer inklusive küche, gekocht haben aber bedienstete. sie selbst hatten nur eine aufgabe: beten. das kloster ist sehr schön, mit vielen blumen und bildern, richtigen strassen, plätzen mit brunnen und zahlreichen kreuzgängen - alles rot, gelb oder blau bemalt. (leider habe ich mal an einer roten wand angelehnt...und musste anschliessend meine kleider waschen.)
die plaza de armas von arequipa ist mit abstand der schönste platz aller von uns besuchten städte. die riesige weisse kathedrale ist sowohl bei tageslicht, als auch nachts mit beleuchtung sehr eindrücklich.
heute abend waren wir in einem tollen restaurant essen, wo es "pre-inka" speisen gab. alles wurde in irdenen töpfen und mit holzlöffeln serviert. wir hatten so eintöpfe mit kartoffeln und alpaca-fleisch - mega gut. ausserdem habe ich chicha probiert, das mais-bier der inkas. allerdings hat es mir mit jedem schluck weniger geschmeckt. es ist so ähnlich wie essig mit honig - brrr! nach dem essen wurden wir (wahrscheinlich weil wir die einzigen gäste waren) noch aufs dach geführt, wo man eine super aussicht auf die kathedrale und den platz hat. ganz toll! habe natürlich viele fotos gemacht.
à propos kartoffeln: ihr glaubt nicht wie viele verschiedene kartoffelsorten man hier sieht! rote, gelbe, braune, weisse, violette, kleine, grosse, runde, lange, knorrige, frische, getrocknete, mehlige, usw. auf dem riesigen gemüsemarkt in puno gab es stände, wo eine frau etwa 20 verschiedene kartoffelsorten verkauft hat. anscheinend werden nur schon hier auf dem altiplano in bolivien und peru 2500 sorten angebaut. weltweit gibt es 5000.
morgen wollen wir noch ins museum, wo es wiedermal eine tolle gefrorene mumie haben soll. eigentlich wollten wir hier auch karsten treffen, den wir ja in ushuaia kennengelernt haben. er studiert hier ein jahr lang. allerdings ist noch nicht ganz klar, ob es wirklich klappt - er scheint einen ausgebuchten terminkalender zu haben.
am mittwoch gehen wir also auf eine dreitägige tour in den colca canyon. hoffentlich sehen wir da einige kondore! dann müssen wir um 3uhr morgens aufstehen! was man nicht alles tut um ein paar vögel zu sehen...
ps. wir wissen nun übrigens warum hier die häuser nicht fertiggebaut werden: wenn ein haus nicht fertig ist, muss man keine steuern zahlen. clever, nicht? abgesehen davon, dass es recht hässlich ist und ich es nicht so toll fände in einem unfertigen haus zu wohnen.
Dienstag, 22. März 2011
Freitag, 18. März 2011
la paz und die strasse des todes
la paz ist eine sehr lebendige stadt. geschäftig strömen menschen und autos durch die strassen, überall hat es marktstände, die alles erdenkliche verkaufen. eine warnung an alle, die hierher kommen: die souvenirshops sind verhängnisvoll - man verlässt sie mit leeren portemonnaies und tausend plastiksäcken voller pullover, jacken, schals, taschen, panflöten, kappen, handschuhen, socken, ponchos und vielem mehr. das schlimme ist wirklich, dass die sachen sehr schön und dazu noch spottbillig sind. und noch schlimmer ist, dass alles so viel platz im koffer weg nimmt. der inhalt meines koffers besteht nun ohne zu übertreiben zu etwa 60% aus souvenirs. aber natürlich sind alles funktonale sachen.
abgesehen davon hat mir la paz auch sonst sehr gut gefallen. man fühlt sich recht sicher, auch wenn man wie überall etwas auf seine sachen aufpassen muss. aber mit etwas vorsicht kommt man gut durch. wie stephie schon geschrieben hat, ist die lage der stadt recht spektakulär. das zentrum liegt im talkessel, mit schönen kolonialbauten, kirchen und moderneren hochhäusern. die umliegenden hügel sind mit wohnhäusern überbaut. das interessante an diesen häusern ist, dass sie alle aus backsteinen gebaut sind, völlig unverputzt und wohl auch schlecht isoliert. die meisten haben fenster, aber nicht alle ein dach, doch sie sind alle bewohnt. das rot-braun dieser häuser, die sich an die hänge stapeln, hat seinen ganz eigenen charme.
an unserem letzten tag in bolivien habe ich mich an ein besonderes abenteuer gewagt: ich bin die "carretera de la muerte" mit dem mountain-bike hinunter gefahren. stephie wollte nicht mitkommen, also bin ich allein gegangen - zusammen mit ganz vielen australiern, engländern, amis, iren, einem neuseeländischen guide und zwei deutschen. die "gefährlichste strasse der welt" beginnt auf einem pass oberhalb von la paz auf 4700müM. von dort aus fährt man zuerst auf einem stück asphaltierter strasse, dann auf einer relativ schmalen schotterpiste 3600m hinunter in die yungas, einem subtropischen gebiet im osten boliviens. während der ganzen zeit geht es auf einer seite der strasse mehrere huntert meter senkrecht hinunter. in der regenzeit gibt es ausserdem recht viele felsstürze, die die strasse verschütten. die strasse gibt es seit etwa hundert jahren und war lange die einzige verbindung von den yungas nach la paz. etliche fahrzeuge sind dort schon abgestürzt und haben hunderte menschen in den tod gerissen. seit einigen jahren gibt es nun eine neue, breite, asphaltierte strasse, so dass die carretera nur noch von wenigen autos benutzt wird. seit 10 jahren werden mountain-bike touren auf der "death road" angeboten. in dieser zeitspanne sind 18 touristen umgekommen. die meisten, weil sie zu schnell gefahren sind und die kontrolle über ihr bike verloren haben, andere weil sie beim anhalten am abhang das gleichgewicht verloren haben, und wieder andere, die an irgendwelchen herzproblemen wegen der höhe gestorben sind.
es ist also nicht ganz ohne risiko dort hinunter zu fahren. deshalb ist es wichtig einen guten anbieter auszusuchen. ich bin mit "gravity" gefahren, das waren die ersten, die überhaupt diese tour angeboten haben. die bikes waren super, voll gute federung und bremsen (sehr wichtig!), und die guides waren auch sehr gut. vor jedem strassenabschnitt wurde man über die risiken aufgeklärt und man erhielt ausführliche fahranweisungen. unsere gruppe hat das ganze also mit bravour überstanden, sogar die zu durchquerenden bäche haben alle trocken hinter sich gebracht.
es ist schon etwas gruslig, wenn man weiss, dass es einen meter neben dem bike abwärts geht, und manchmal kommt man auch gefährlich nah an den abgrund. es ist eben so, dass die abwärts fahrenden fahrzeuge auf der aussenseite der strasse fahren müssen. zum glück sind uns aber auf dem ganzen weg nur 3 autos begegnet. mit der zeit gewinnt man auch mehr selbstvertrauen und kriegt das bike immer mehr in den griff.
das spektakulärste an der fahrt ist aber die landschaft. man startet in einer alpenvegetation, mit steilen felswänden und bächen, die über die wiesen laufen. dann kommt man in den regenwald. die vegetation wird immer üppiger, es ist neblig und zeitweise regnet es. die kronen von palmen und bananenbäumen ragen zur strasse hoch, es hat viele wasserfälle, und ab und zu sieht man schöne bunte vögel und schmetterlinge.
plötzlich verschwindet der nebel und die sonne beginnt zu scheinen. die kleider trocknen, die vegetation wird wieder etwas gemässigter, es hat kleine dörfer mit hunden, hünern und vielen kindern. jetzt ist man in den yungas angelangt auf 1200m höhe. hier unten erhielten wir eine dusche und zu essen, und wenn man sich nicht gut einsprayte ganz viele moskito- und sandfly-stiche. wir waren da in so einem animal-refuge, wo ganz viele papageien, schildkröten, nasenbären und vor allem affen leben. diese affen sind ganz frech, klettern an einem hoch, greifen in alle taschen und nehmen in beschlag, was sie darin finden. sehr süss!
nach einer weile entspannen gings dann wieder zurück nach la paz, nun auf der neuen strasse, aber in einem sehr unbequemen bus, der sehr langsam fuhr... abends war ich dann schon recht kaputt, musste aber noch meine ganzen souvenirs in den koffer packen, was eine logistische herausforderung war.
seit gestern sind wir nun in peru - in puno am titicacasee. hier ist es sehr friedlich. die gegend um den see ist stark von landwirtschaft geprägt. hier wir alles mögliche angebaut: mais, kartoffeln, quinua, raps, usw. dazwischen tummeln sich schweine, kühe, schafe, alpacas, esel und hühner. puno ist eine nette kleine stadt - eine wohltat nach dem hektischen la paz. hier sind offenbar bald präsidentschaftswahlen, überall hat es wahllokale. gleich neben unserem hotel ist eines davon und tagaus tagein läuft immer das gleiche wahlkampflied. ein ohrwurm, den wir wohl nie wieder los werden...
so, das wärs mal wieder gewesen. hasta luego!
abgesehen davon hat mir la paz auch sonst sehr gut gefallen. man fühlt sich recht sicher, auch wenn man wie überall etwas auf seine sachen aufpassen muss. aber mit etwas vorsicht kommt man gut durch. wie stephie schon geschrieben hat, ist die lage der stadt recht spektakulär. das zentrum liegt im talkessel, mit schönen kolonialbauten, kirchen und moderneren hochhäusern. die umliegenden hügel sind mit wohnhäusern überbaut. das interessante an diesen häusern ist, dass sie alle aus backsteinen gebaut sind, völlig unverputzt und wohl auch schlecht isoliert. die meisten haben fenster, aber nicht alle ein dach, doch sie sind alle bewohnt. das rot-braun dieser häuser, die sich an die hänge stapeln, hat seinen ganz eigenen charme.
an unserem letzten tag in bolivien habe ich mich an ein besonderes abenteuer gewagt: ich bin die "carretera de la muerte" mit dem mountain-bike hinunter gefahren. stephie wollte nicht mitkommen, also bin ich allein gegangen - zusammen mit ganz vielen australiern, engländern, amis, iren, einem neuseeländischen guide und zwei deutschen. die "gefährlichste strasse der welt" beginnt auf einem pass oberhalb von la paz auf 4700müM. von dort aus fährt man zuerst auf einem stück asphaltierter strasse, dann auf einer relativ schmalen schotterpiste 3600m hinunter in die yungas, einem subtropischen gebiet im osten boliviens. während der ganzen zeit geht es auf einer seite der strasse mehrere huntert meter senkrecht hinunter. in der regenzeit gibt es ausserdem recht viele felsstürze, die die strasse verschütten. die strasse gibt es seit etwa hundert jahren und war lange die einzige verbindung von den yungas nach la paz. etliche fahrzeuge sind dort schon abgestürzt und haben hunderte menschen in den tod gerissen. seit einigen jahren gibt es nun eine neue, breite, asphaltierte strasse, so dass die carretera nur noch von wenigen autos benutzt wird. seit 10 jahren werden mountain-bike touren auf der "death road" angeboten. in dieser zeitspanne sind 18 touristen umgekommen. die meisten, weil sie zu schnell gefahren sind und die kontrolle über ihr bike verloren haben, andere weil sie beim anhalten am abhang das gleichgewicht verloren haben, und wieder andere, die an irgendwelchen herzproblemen wegen der höhe gestorben sind.
es ist also nicht ganz ohne risiko dort hinunter zu fahren. deshalb ist es wichtig einen guten anbieter auszusuchen. ich bin mit "gravity" gefahren, das waren die ersten, die überhaupt diese tour angeboten haben. die bikes waren super, voll gute federung und bremsen (sehr wichtig!), und die guides waren auch sehr gut. vor jedem strassenabschnitt wurde man über die risiken aufgeklärt und man erhielt ausführliche fahranweisungen. unsere gruppe hat das ganze also mit bravour überstanden, sogar die zu durchquerenden bäche haben alle trocken hinter sich gebracht.
es ist schon etwas gruslig, wenn man weiss, dass es einen meter neben dem bike abwärts geht, und manchmal kommt man auch gefährlich nah an den abgrund. es ist eben so, dass die abwärts fahrenden fahrzeuge auf der aussenseite der strasse fahren müssen. zum glück sind uns aber auf dem ganzen weg nur 3 autos begegnet. mit der zeit gewinnt man auch mehr selbstvertrauen und kriegt das bike immer mehr in den griff.
das spektakulärste an der fahrt ist aber die landschaft. man startet in einer alpenvegetation, mit steilen felswänden und bächen, die über die wiesen laufen. dann kommt man in den regenwald. die vegetation wird immer üppiger, es ist neblig und zeitweise regnet es. die kronen von palmen und bananenbäumen ragen zur strasse hoch, es hat viele wasserfälle, und ab und zu sieht man schöne bunte vögel und schmetterlinge.
plötzlich verschwindet der nebel und die sonne beginnt zu scheinen. die kleider trocknen, die vegetation wird wieder etwas gemässigter, es hat kleine dörfer mit hunden, hünern und vielen kindern. jetzt ist man in den yungas angelangt auf 1200m höhe. hier unten erhielten wir eine dusche und zu essen, und wenn man sich nicht gut einsprayte ganz viele moskito- und sandfly-stiche. wir waren da in so einem animal-refuge, wo ganz viele papageien, schildkröten, nasenbären und vor allem affen leben. diese affen sind ganz frech, klettern an einem hoch, greifen in alle taschen und nehmen in beschlag, was sie darin finden. sehr süss!
nach einer weile entspannen gings dann wieder zurück nach la paz, nun auf der neuen strasse, aber in einem sehr unbequemen bus, der sehr langsam fuhr... abends war ich dann schon recht kaputt, musste aber noch meine ganzen souvenirs in den koffer packen, was eine logistische herausforderung war.
seit gestern sind wir nun in peru - in puno am titicacasee. hier ist es sehr friedlich. die gegend um den see ist stark von landwirtschaft geprägt. hier wir alles mögliche angebaut: mais, kartoffeln, quinua, raps, usw. dazwischen tummeln sich schweine, kühe, schafe, alpacas, esel und hühner. puno ist eine nette kleine stadt - eine wohltat nach dem hektischen la paz. hier sind offenbar bald präsidentschaftswahlen, überall hat es wahllokale. gleich neben unserem hotel ist eines davon und tagaus tagein läuft immer das gleiche wahlkampflied. ein ohrwurm, den wir wohl nie wieder los werden...
so, das wärs mal wieder gewesen. hasta luego!
Samstag, 12. März 2011
naturwunder, ein höllentrip und coca
So, nun komme ich auch endlich wieder mal dazu etwas zu schreiben. und obwohl stephie bereits relativ ausführlich über uyuni berichtet hat, muss ich diesmal noch meinen senf dazu geben, da es wirklich ein sehr schönes erlebnis war.
der riesige salzsee (1200qkm) ist sehr beeindruckend. alles ist weiss, soweit das auge reicht, wodurch distanzen schwer einzuschätzen sind. und jetzt wo der see gewissermassen unter wasser steht spiegeln sich die wolken, so dass man kaum erkennt, was oben und was unten ist. einmalig!
das schönste auf unserer tour war für mich aber nicht der salar, sondern die laguna colorada, bzw. die unglaubliche farbenwelt dieses "wüsten-hochlandes". nachmittags färbt sich die laguna colorada blutrot, zuvor ist sie rosa, abends wird sie rostrot und wenn die sonne untergeht wird das wasser blau. dieses naturschauspiel verdanken wir dem zusammenwirken der sonne und des roten krills, der in der lagune lebt. dieser ist auch die nahrung für tausende flamingos, die sich in der lagune tümmeln.
am abend des zweiten tages sind wir von unserer unterkunft zu einem mirador gelaufen. die strecke war vielleicht 500m, doch es windete extrem, und mit unseren atemproblemen (wir waren dort auf ca. 4500m Höhe) brauchten wir etwa eine stunde für hin- und rückweg. doch die mühen haben sich gelohnt. ich glaube diese lagune ist etwas vom schönsten, das ich je gesehen habe.
doch auch der rest der tour bestand aus einem nie gesehenen farbenspiel: pastellgrüne und weisse lagunen, das grün-gelb der vegetation, schneebedeckte berge, deren färbung von blau über grün, rot, gelb bis braun gehen - grandios!
die drei tage im holprigen auto haben sich wirklich gelohnt, auch wenn der rücken jetzt noch schmerzt...
hier zwei fotos von der laguna colorada und vom salar :
seit mittwoch sind wir nun in potosi, der höchst gelegenen stadt der welt, auf gut 4000müM. mittlerweilen haben wir uns recht gut aklimatisiert, anfangs hatte ich ab und zu etwas mühe mit atmen. man fühlt sich schon nicht besonders gut, wenn man nach jedem treppensteigen keucht wie ein "postross". aber nach dem, was wir heute erlebt haben, kann uns die höhe nichts mehr anhaben.
heute waren wir nämlich im cerro rico in einer silbermine. auch wenn alle sagen, dass es in diesen minen echt hart ist, staubig und eng, dunkel und stickig - man kann sich nicht wirklich vorstellen wie es da drin tatsächlich ist. diese minen bestehen aus 6 "etagen", man steigt in die erste ein, dann gibt es darüber zwei und darunter noch drei. normalerweise gehen sie mit den touristen bis in die untereste, wir gingen aber nur in die zweitunterste - da während der carnevalzeit nicht viele mineure arbeiten, war die unterste etage geschlossen. das hat mir allerdings nichts ausgemacht, mir hat der rest gut gereicht. wir hatten recht gute staubmasken, die allerdings viel zu einengend waren, wenn man heftig atmen musste. viele mineure arbeiten ganz ohne maske oder nur mit einem tuch vor mund und nase. deshalb erkranken die meisten an einer krankheit namens silikosis, bei der die lungen mit staub gefüllt werden. irgendwann beginnt man blut zu husten und stirbt daran. mineure die über 30/40 jahre in der mine arbeiten erkranken zu 100% daran. die meisten haben eine lebenserwartung von unter 50 jahren. trotzdem arbeiten tausende arbeiter in den minen, da sie dort etwa das doppelte verdienen als anderen berufen. es gibt auch sehr viele kinder, die in den minen arbeiten, da sie ihre familien ernähren müssen. einer unserer führer war seit seinem zwölften lebenjahr in der mine. jetzt ist er 25 und hat das glück einen job als guide gefunden zu haben.
im cerro rico wird seit der spanischen kolonialzeit silber abgebaut. damals haben die spanier die indigenen gezwungen in den minen zu arbeiten; aus dem silber wurden münzen für spanien hergestellt. obwohl die bedingungen heute immer noch schlimm sind - damals waren sie echt grausam. die indios durften die mine 6 monate lang nicht verlassen und arbeiteten 20h täglich. es heisst, dass über 8 millionen menschen damals vom berg "gefressen" wurden. mit dem silber, das abgebaut wurde, könnte man eine brücke von bolivien nach spanien bauen - genauso wie mit den leichen der mineure.
heute sterben noch etwa 25 menschen im jahr in den minen, meist durch einstürze oder fehlzündungen. die mineure glauben an den gott "tio", den teufel, der die minen beherrscht. in jeder mine hat es eine statue von ihm. man opfert ihm kokablätter, alkohol oder zigaretten. manche mineure arbeiten bis zu 24h am stück. währenddessen kauen sie haufenweise coca (das ausdauernd macht und hunger und müdigkeit vertreibt) und sie trinken einen 96prozentigen schnaps, gemischt mit wasser oder fruchtsaft. wie die so betrunken arbeiten können, ist mir wirklich ein rätsel - mir wurde schon nach 3 kleinen schlücken etwas schummrig. durchhalten können diese leute die ganzen strapazen nur mit einem unglaublichen galgenhumor. sie wissen, dass sie früh sterben werden und eigentlich nur arbeiten, dass ihre familien irgendwann von der rente profitieren werden. trotzdem sind sie stolz mineure zu sein.
wir sind also in diesen berg hinein, mit schutzkleidung, stiefeln, helm und lampe. die stollen sind meist sehr niedrig, ich habe mir unzählige male den kopf angestossen und war sehr froh um den helm. manchmal musste man sogar kriechen bzw. robben. das ist wirklich nichts für leute über 1.70m! ausserdem ist es sehr heiss, je tiefer man kommt. es ist extrem staubig, ausserdem hat es an gewissen stellen giftige gase. wir mussten beinahe senkrecht ein loch hinunter klettern. abwärts ging's aber noch - wirklich schlimm wurde es erst beim aufstieg. mit dem atmen gings aber mit der zeit immer besser; ich glaube das coca-kauen hat wirklich etwas gebracht. wir haben es schliesslich heil überstanden und es war wirklich ein sehr eindrückliches erlebnis. und wenn man wieder draussen ist, weiss man das leben an der erdoberfläche irgendwie mehr zu schätzen. beim gedanken, dass tausende menschen täglich über jahre hinweg in diese löcher steigen, wird es einem beinahe übel.
übrigens, noch zum coca (wenn ich das schon mal ausprobiert habe, muss ich auch mal was darüber schreiben - gehört schliesslich ebenfalls zum erlebnisbericht): man kauft also eine ganze tüte davon auf dem markt und schiebt ein blättchen nach dem anderen in den mund. man sollte aber nicht darauf kauen wie auf kaugummi, dann zerbröselt alles im mund. vielmehr muss man einen brei zurechtkauen, denn man dann als ballen in die backe schiebt und den saft raussaugt. den ballen behält man bis zu zwei stunden im mund und nimmt immer wieder neue blätter dazu. anfangs kriegt man davon einen tauben mund, wie etwa nach einer spritze beim zahnarzt. aber mit der zeit merkt man kaum mehr etwas davon. schmecken tut's aber nicht gut, es ist hauptsächlich bitter. ausserdem greift es schleimhäute und zähne an, weshalb die mineure alle verfaulte zähne haben.
so, das war mal wieder ein sehr langer eintrag. herzlichen glückwunsch an alle, die bis hier durchgehalten haben! hier ist es staubig und 40 grad heiss. viel spass beim aufstieg!
der riesige salzsee (1200qkm) ist sehr beeindruckend. alles ist weiss, soweit das auge reicht, wodurch distanzen schwer einzuschätzen sind. und jetzt wo der see gewissermassen unter wasser steht spiegeln sich die wolken, so dass man kaum erkennt, was oben und was unten ist. einmalig!
das schönste auf unserer tour war für mich aber nicht der salar, sondern die laguna colorada, bzw. die unglaubliche farbenwelt dieses "wüsten-hochlandes". nachmittags färbt sich die laguna colorada blutrot, zuvor ist sie rosa, abends wird sie rostrot und wenn die sonne untergeht wird das wasser blau. dieses naturschauspiel verdanken wir dem zusammenwirken der sonne und des roten krills, der in der lagune lebt. dieser ist auch die nahrung für tausende flamingos, die sich in der lagune tümmeln.
am abend des zweiten tages sind wir von unserer unterkunft zu einem mirador gelaufen. die strecke war vielleicht 500m, doch es windete extrem, und mit unseren atemproblemen (wir waren dort auf ca. 4500m Höhe) brauchten wir etwa eine stunde für hin- und rückweg. doch die mühen haben sich gelohnt. ich glaube diese lagune ist etwas vom schönsten, das ich je gesehen habe.
doch auch der rest der tour bestand aus einem nie gesehenen farbenspiel: pastellgrüne und weisse lagunen, das grün-gelb der vegetation, schneebedeckte berge, deren färbung von blau über grün, rot, gelb bis braun gehen - grandios!
die drei tage im holprigen auto haben sich wirklich gelohnt, auch wenn der rücken jetzt noch schmerzt...
hier zwei fotos von der laguna colorada und vom salar :
seit mittwoch sind wir nun in potosi, der höchst gelegenen stadt der welt, auf gut 4000müM. mittlerweilen haben wir uns recht gut aklimatisiert, anfangs hatte ich ab und zu etwas mühe mit atmen. man fühlt sich schon nicht besonders gut, wenn man nach jedem treppensteigen keucht wie ein "postross". aber nach dem, was wir heute erlebt haben, kann uns die höhe nichts mehr anhaben.
heute waren wir nämlich im cerro rico in einer silbermine. auch wenn alle sagen, dass es in diesen minen echt hart ist, staubig und eng, dunkel und stickig - man kann sich nicht wirklich vorstellen wie es da drin tatsächlich ist. diese minen bestehen aus 6 "etagen", man steigt in die erste ein, dann gibt es darüber zwei und darunter noch drei. normalerweise gehen sie mit den touristen bis in die untereste, wir gingen aber nur in die zweitunterste - da während der carnevalzeit nicht viele mineure arbeiten, war die unterste etage geschlossen. das hat mir allerdings nichts ausgemacht, mir hat der rest gut gereicht. wir hatten recht gute staubmasken, die allerdings viel zu einengend waren, wenn man heftig atmen musste. viele mineure arbeiten ganz ohne maske oder nur mit einem tuch vor mund und nase. deshalb erkranken die meisten an einer krankheit namens silikosis, bei der die lungen mit staub gefüllt werden. irgendwann beginnt man blut zu husten und stirbt daran. mineure die über 30/40 jahre in der mine arbeiten erkranken zu 100% daran. die meisten haben eine lebenserwartung von unter 50 jahren. trotzdem arbeiten tausende arbeiter in den minen, da sie dort etwa das doppelte verdienen als anderen berufen. es gibt auch sehr viele kinder, die in den minen arbeiten, da sie ihre familien ernähren müssen. einer unserer führer war seit seinem zwölften lebenjahr in der mine. jetzt ist er 25 und hat das glück einen job als guide gefunden zu haben.
im cerro rico wird seit der spanischen kolonialzeit silber abgebaut. damals haben die spanier die indigenen gezwungen in den minen zu arbeiten; aus dem silber wurden münzen für spanien hergestellt. obwohl die bedingungen heute immer noch schlimm sind - damals waren sie echt grausam. die indios durften die mine 6 monate lang nicht verlassen und arbeiteten 20h täglich. es heisst, dass über 8 millionen menschen damals vom berg "gefressen" wurden. mit dem silber, das abgebaut wurde, könnte man eine brücke von bolivien nach spanien bauen - genauso wie mit den leichen der mineure.
heute sterben noch etwa 25 menschen im jahr in den minen, meist durch einstürze oder fehlzündungen. die mineure glauben an den gott "tio", den teufel, der die minen beherrscht. in jeder mine hat es eine statue von ihm. man opfert ihm kokablätter, alkohol oder zigaretten. manche mineure arbeiten bis zu 24h am stück. währenddessen kauen sie haufenweise coca (das ausdauernd macht und hunger und müdigkeit vertreibt) und sie trinken einen 96prozentigen schnaps, gemischt mit wasser oder fruchtsaft. wie die so betrunken arbeiten können, ist mir wirklich ein rätsel - mir wurde schon nach 3 kleinen schlücken etwas schummrig. durchhalten können diese leute die ganzen strapazen nur mit einem unglaublichen galgenhumor. sie wissen, dass sie früh sterben werden und eigentlich nur arbeiten, dass ihre familien irgendwann von der rente profitieren werden. trotzdem sind sie stolz mineure zu sein.
wir sind also in diesen berg hinein, mit schutzkleidung, stiefeln, helm und lampe. die stollen sind meist sehr niedrig, ich habe mir unzählige male den kopf angestossen und war sehr froh um den helm. manchmal musste man sogar kriechen bzw. robben. das ist wirklich nichts für leute über 1.70m! ausserdem ist es sehr heiss, je tiefer man kommt. es ist extrem staubig, ausserdem hat es an gewissen stellen giftige gase. wir mussten beinahe senkrecht ein loch hinunter klettern. abwärts ging's aber noch - wirklich schlimm wurde es erst beim aufstieg. mit dem atmen gings aber mit der zeit immer besser; ich glaube das coca-kauen hat wirklich etwas gebracht. wir haben es schliesslich heil überstanden und es war wirklich ein sehr eindrückliches erlebnis. und wenn man wieder draussen ist, weiss man das leben an der erdoberfläche irgendwie mehr zu schätzen. beim gedanken, dass tausende menschen täglich über jahre hinweg in diese löcher steigen, wird es einem beinahe übel.
übrigens, noch zum coca (wenn ich das schon mal ausprobiert habe, muss ich auch mal was darüber schreiben - gehört schliesslich ebenfalls zum erlebnisbericht): man kauft also eine ganze tüte davon auf dem markt und schiebt ein blättchen nach dem anderen in den mund. man sollte aber nicht darauf kauen wie auf kaugummi, dann zerbröselt alles im mund. vielmehr muss man einen brei zurechtkauen, denn man dann als ballen in die backe schiebt und den saft raussaugt. den ballen behält man bis zu zwei stunden im mund und nimmt immer wieder neue blätter dazu. anfangs kriegt man davon einen tauben mund, wie etwa nach einer spritze beim zahnarzt. aber mit der zeit merkt man kaum mehr etwas davon. schmecken tut's aber nicht gut, es ist hauptsächlich bitter. ausserdem greift es schleimhäute und zähne an, weshalb die mineure alle verfaulte zähne haben.
so, das war mal wieder ein sehr langer eintrag. herzlichen glückwunsch an alle, die bis hier durchgehalten haben! hier ist es staubig und 40 grad heiss. viel spass beim aufstieg!
Mittwoch, 2. März 2011
naturschauspiele, llamas, und jetzt: warten
wie stephie bereits sehr ausführlich beschrieben hat: san pedro de atacama ist sehr toll! das städtchen ist so ganz anders als alles, was wir bisher gesehen haben. interessanterweise sind die häuser nur von aussen alle gleich (einstöckig, aus braunem lehm), innen sehen sie aber wie ganz normale, teilweise sehr schöne häuser aus (meist mit innenhof, wo es am schatten schön kühl ist). die sonne brennt hier ziemlich stark runter - aber keine angst: wir haben eine tolle sonnencreme und keinen sonnenbrand. am schatten ist es aber dank der höhe recht kühl. und in dieser wüstenlandschaft ist es nachts auch sehr kalt. allerdings wurden wir belehrt, dass san pedro nicht in der wüste sondern im "salt flat" liegt, es hat aber eine "wüstenvegetation".
die geysire auf 4300m waren wirklich sehr schön. zwar nicht so spektakulär wie in island, aber dafür noch etwas eindrücklicher - nur schon wegen der umliegenden berg- bzw. vulkanlandschaft. und mit der höhe hatten wir tatsächlich keine probleme. ob das wohl an den koka-zältli, die wir dabei hatten, lag?
auch die übrige landschaft ist toll - skurrile felsformationen und tolle sanddünen. über den salar sieht man kilometer weit, und obwohl er keine salzkruste auf der oberfläche hat, ist er für uns etwas völlig unbekanntes. die oberfläche sieht nämlich ein wenig aus wie poröses vulkangestein, da sie aus einer mischung aus salz und lehm besteht. es hat mich irgendwie an die lavafelder von lanzarote erinnert, nur dass das hier nicht schwarz sondern weiss ist.
neben der atemberaubenden landschaft hat mich besonders die tierwelt fasziniert. wunderschöne flamingos, die sich in den lagunen des salzsees tümmeln, blau-grüne eidechsen, zierliche vicunas und haarige lamas, und so tolle chinchilla-ähnliche häschen, deren name ich leider vergessen habe, mit einem langen schwanz, die hüpfen wie känguruhs.
gestern sind wir weiter nach calama gefahren, eine stadt, die sich nun tatsächlich in der atacama-wüste befindet. wir wollten hier nur kurz übernachten und heute weiter nach uyuni (bolivien), doch mussten wir feststellen, dass die busse hier extrem ausgebucht sind. wir konnten nur eine fahrt für freitag finden. deshalb stecken wir hier nun zwei tage fest. aber immerhin haben wir hier schnelles internet und sogar einen fernseher im zimmer.
heute nachmittag gehen wir nun noch eine kupfermine besichtigen. das ist besonders toll, weil die besichtigung gratis ist!
am freitag gehts dann also nach uyuni. wir hoffen dort eine tour durch den grossen salzsee machen zu können. allerdings ist das noch etwas unsicher aufgrund der starken regenfälle, die es momentan in bolivien hat. in der nähe von la paz soll es ja ganze strassen weggeschwemmt haben. wir hoffen, dass der regen unsere reisepläne nicht allzu stark durchkreuzt...
übrigens noch zwei fun-facts: hier dreht sich das wasser im abfluss im gegenuhrzeigersinn. wie ist das bei euch?
und: das lama heisst hier llama (die argentinier sagen also "schama"). llama heisst aber gleichzeitig "er/sie heisst" (wobei das verb llamar auch für "rufen" oder "anrufen" gebraucht wird), was alle leute zu irgendwelchen wortspielen verleitet.
die geysire auf 4300m waren wirklich sehr schön. zwar nicht so spektakulär wie in island, aber dafür noch etwas eindrücklicher - nur schon wegen der umliegenden berg- bzw. vulkanlandschaft. und mit der höhe hatten wir tatsächlich keine probleme. ob das wohl an den koka-zältli, die wir dabei hatten, lag?
auch die übrige landschaft ist toll - skurrile felsformationen und tolle sanddünen. über den salar sieht man kilometer weit, und obwohl er keine salzkruste auf der oberfläche hat, ist er für uns etwas völlig unbekanntes. die oberfläche sieht nämlich ein wenig aus wie poröses vulkangestein, da sie aus einer mischung aus salz und lehm besteht. es hat mich irgendwie an die lavafelder von lanzarote erinnert, nur dass das hier nicht schwarz sondern weiss ist.
neben der atemberaubenden landschaft hat mich besonders die tierwelt fasziniert. wunderschöne flamingos, die sich in den lagunen des salzsees tümmeln, blau-grüne eidechsen, zierliche vicunas und haarige lamas, und so tolle chinchilla-ähnliche häschen, deren name ich leider vergessen habe, mit einem langen schwanz, die hüpfen wie känguruhs.
gestern sind wir weiter nach calama gefahren, eine stadt, die sich nun tatsächlich in der atacama-wüste befindet. wir wollten hier nur kurz übernachten und heute weiter nach uyuni (bolivien), doch mussten wir feststellen, dass die busse hier extrem ausgebucht sind. wir konnten nur eine fahrt für freitag finden. deshalb stecken wir hier nun zwei tage fest. aber immerhin haben wir hier schnelles internet und sogar einen fernseher im zimmer.
heute nachmittag gehen wir nun noch eine kupfermine besichtigen. das ist besonders toll, weil die besichtigung gratis ist!
am freitag gehts dann also nach uyuni. wir hoffen dort eine tour durch den grossen salzsee machen zu können. allerdings ist das noch etwas unsicher aufgrund der starken regenfälle, die es momentan in bolivien hat. in der nähe von la paz soll es ja ganze strassen weggeschwemmt haben. wir hoffen, dass der regen unsere reisepläne nicht allzu stark durchkreuzt...
übrigens noch zwei fun-facts: hier dreht sich das wasser im abfluss im gegenuhrzeigersinn. wie ist das bei euch?
und: das lama heisst hier llama (die argentinier sagen also "schama"). llama heisst aber gleichzeitig "er/sie heisst" (wobei das verb llamar auch für "rufen" oder "anrufen" gebraucht wird), was alle leute zu irgendwelchen wortspielen verleitet.
Mittwoch, 23. Februar 2011
souvenirs, sonnenbrand und salta
so, wir sind nun in salta, unserer letzten station in argentinien. hier machen wir noch ein wenig pause, letzte moeglichkeit fuer argentinische souvenirs, nochmal viel fleisch essen - bevor wir dann in die wueste von atacama in chile reisen. wir haben hier auch schon recht ausfuehrlich shopping betrieben, d.h. eigentlich zum ersten mal auf unserer reise. und mein koffer, der schon am anfang sehr voll war, platzt nun fast. es wird zeit, dass wir in bolivien ins hochland kommen: dort ist es kaelter, weswegen man mehr anziehen muss, ergo mehr platz im koffer. ansonsten fange ich auch bereits an einiges an waesche und t-shirts auszumustern, denn so oft wie wir waschen brauche ich gar nicht so viele kleider. irgendwann muss ich dann einfach immer in den wanderschuhen rumlaufen, weil sie keinen platz mehr haben. schliesslich moechte ich mir in bolivien einen schoenen poncho kaufen, der wohl recht platz wegnehmen wird.
das highlight der letzten tage war definitv quilmes, die "antike" stadt in der precordillera, die sehr eindruecklich war. die mauerreste, die sich kamaeleonartig an an den hang schmiegen, sind wirklich toll. detaillierter koennt ihr darueber bei stephie lesen. leider war es dort den ganzen tag bedeckt, was die sonne allerdings nicht daran hinderte mir einen zuenftigen sonnenbrand zu verpassen. wer haette gedacht, dass man sich auch bei bewoelkung eincremen muss! jetzt wird halt der nacken im nachhinein fest eingeschmiert und unter dem blousen-kragen versteckt. in zukunft werde ich mich bei jedem noch so schlechten wetter eincremen.
wettertechnisch hatten wir die letzten tage wirklich nicht so glueck. seit valparaiso und mendoza hiesse es staendig: "hier regnet es sonst nie!" tja, manchmal offenbar schon. das schlechte wetter ist wohl auf das "la niña"-phaenomen zurueckzufuehren. wir hoffen deshalb, dass wir damit weiter im norden nicht noch mehr probleme kriegen. nicht dass unser inka-trail dann noch ins wasser fliegt!
gestern waren wir hier in salta noch im "museo de arqueología de alta montaña ", wo es wiedermal tolle mumien zu bestaunen gab. diese stammen vom gipfel des hoechsten berges dieser gegend, dem Llullaillaco (6700m). es sind so genannte opfer der inkas. jedes jahr wurde aus jedem groesseren ort des reiches das schoenste kind ausgewaehlt und nach cuzco gebracht, wo es verschiedenen ritualen beiwohnte. dann wurden die kinder wieder in ihre heimat gebracht, wo man sie auf einen heiligen berg brachte. dort hat man sie betrunken gemacht bis sie einschliefen und dann lebendig begraben. man hat geglaubt, dass diese kinder nicht sterben, sondern schlafend weiterleben, dort in den bergen, wo sie den goettern am naechsten sind.
die mumien sind perfekt konserviert durch die kaelte und sehen tatsaechlich aus, als ob sie schliefen. ausserdem haben sie wunderschoene farbige kleider und beigaben aus stoff, holz, keramik und federn bei sich - alles noch wie neu.
in der nacht bevor wir nach quilmes gingen, gabs in tucuman tatsaechlich noch ein erdbeben. ich glaube ihr habt von jenem in chile gehoert, das in der gegend von valparaiso war, genau zu dem zeitpunkt, an dem wir dort waren. von dem beben haben wir allerdings nichts gemerkt. hier war das allerdings was anderes. anscheinend war es ein erdbeben der staerke 5.9, also schon relativ heftig, es dauerte aber nur etwa 10sekunden. angefuehlt hat es sich allerdings wie etwa eine halbe minute. im radio hiess es, an manchen orten seinen balkone von den haeusern runtergefallen, ansonsten gab es aber keine schaeden. ist schon irgendwie beaengstigend, wenn man im bett liegt und ploeztlich alles zu wackeln anfaengt. was man allerdings von neuseeland hoert ist mit dem nicht vergleichbar. man kann sich wahrscheinlich nicht mal annaehernd vorstellen, wie es ist, wenn es minutenlang bebt und ganze gebaeude einstuerzen...
so, das war wiedermal ein langer bericht. ich melde mich dann wohl wieder von chile aus. uebrigens ist stephies homepage jetzt wieder top aktuell: schaut euch die bilder an!
das highlight der letzten tage war definitv quilmes, die "antike" stadt in der precordillera, die sehr eindruecklich war. die mauerreste, die sich kamaeleonartig an an den hang schmiegen, sind wirklich toll. detaillierter koennt ihr darueber bei stephie lesen. leider war es dort den ganzen tag bedeckt, was die sonne allerdings nicht daran hinderte mir einen zuenftigen sonnenbrand zu verpassen. wer haette gedacht, dass man sich auch bei bewoelkung eincremen muss! jetzt wird halt der nacken im nachhinein fest eingeschmiert und unter dem blousen-kragen versteckt. in zukunft werde ich mich bei jedem noch so schlechten wetter eincremen.
wettertechnisch hatten wir die letzten tage wirklich nicht so glueck. seit valparaiso und mendoza hiesse es staendig: "hier regnet es sonst nie!" tja, manchmal offenbar schon. das schlechte wetter ist wohl auf das "la niña"-phaenomen zurueckzufuehren. wir hoffen deshalb, dass wir damit weiter im norden nicht noch mehr probleme kriegen. nicht dass unser inka-trail dann noch ins wasser fliegt!
gestern waren wir hier in salta noch im "museo de arqueología de alta montaña ", wo es wiedermal tolle mumien zu bestaunen gab. diese stammen vom gipfel des hoechsten berges dieser gegend, dem Llullaillaco (6700m). es sind so genannte opfer der inkas. jedes jahr wurde aus jedem groesseren ort des reiches das schoenste kind ausgewaehlt und nach cuzco gebracht, wo es verschiedenen ritualen beiwohnte. dann wurden die kinder wieder in ihre heimat gebracht, wo man sie auf einen heiligen berg brachte. dort hat man sie betrunken gemacht bis sie einschliefen und dann lebendig begraben. man hat geglaubt, dass diese kinder nicht sterben, sondern schlafend weiterleben, dort in den bergen, wo sie den goettern am naechsten sind.
die mumien sind perfekt konserviert durch die kaelte und sehen tatsaechlich aus, als ob sie schliefen. ausserdem haben sie wunderschoene farbige kleider und beigaben aus stoff, holz, keramik und federn bei sich - alles noch wie neu.
in der nacht bevor wir nach quilmes gingen, gabs in tucuman tatsaechlich noch ein erdbeben. ich glaube ihr habt von jenem in chile gehoert, das in der gegend von valparaiso war, genau zu dem zeitpunkt, an dem wir dort waren. von dem beben haben wir allerdings nichts gemerkt. hier war das allerdings was anderes. anscheinend war es ein erdbeben der staerke 5.9, also schon relativ heftig, es dauerte aber nur etwa 10sekunden. angefuehlt hat es sich allerdings wie etwa eine halbe minute. im radio hiess es, an manchen orten seinen balkone von den haeusern runtergefallen, ansonsten gab es aber keine schaeden. ist schon irgendwie beaengstigend, wenn man im bett liegt und ploeztlich alles zu wackeln anfaengt. was man allerdings von neuseeland hoert ist mit dem nicht vergleichbar. man kann sich wahrscheinlich nicht mal annaehernd vorstellen, wie es ist, wenn es minutenlang bebt und ganze gebaeude einstuerzen...
so, das war wiedermal ein langer bericht. ich melde mich dann wohl wieder von chile aus. uebrigens ist stephies homepage jetzt wieder top aktuell: schaut euch die bilder an!
Samstag, 19. Februar 2011
von naturgewalten und heiligen
die fahrt über die anden nach argentinien war, wie ihr bereits bei stephie lesen konntet, wirklich spektakulär. diese berge geben einen ein gefühl von grösse, obwohl man daneben unendlich klein wirkt. und die farben des gesteins sind für uns absolut unbekannt: von rot über gelb und grün bis blau sieht man hier alles - kunterbunt gemischt. toll!
wir befinden uns hier auch im weinanbaugebiet argentiniens, wo es wirklich unmengen von reben gibt. es ist auch dementsprechend heiss - ich höre gar nicht mehr auf zu schwitzen. um ehrlich zu sein, freue ich mich schon wieder auf die etwas kühleren gebiete unserer geplanten route.
im moment sind wir in san juan, etwas nördlich von mendoza. hier in der "nähe" ist das berühmte valle de la luna, wo es im wüstenähnlichen gebiet faszinierende gesteinformationen zu sehen gibt. natürlich wollten wir das auch besichtigen und haben für heute eine tour gebucht, relativ teuer, aber das war es uns wert. wir sind dann auch heute früh morgens losgefahren - 3 stunden ist ein weg, bzw. über 300km. dort angekommen heisst es, der park sei geschlossen, wegen überschwemmung. tatsächlich hat es hier in letzter zeit überdurchschnittlich viel geregnet, und die möglichkeit, dass der park geschlossen wird, bestand bereits gestern. nur hat uns das vorher niemand gesagt!
wir sind dann die drei stunden halt wieder zurück gefahren. dank unserem netten guide carlos war die sache aber nicht ganz so schlimm, da er uns wirklich viel über die gegend, das land und die politik argentiniens erzählt hat. ich konnte auch mein spanisch ein bisschen üben.
auf dem rückweg haben wir noch bei der pilgerstätte der "defunta correa" halt gemacht. das ist was ganz interessantes. die defunta ist eine volksheilige, die von der katholischen kirche nicht anerkannt wird. dennoch ist sie bei allen argentiniern, besonders bei reisenden und lkw-fahrern, extrem beliebt. nur schon in der "heiligen woche" kommen jährlich hunderttausende, um ihr geschenke zu weihen. die geschichte der defunta correa geht ungefähr folgendermassen: sie war eine schöne frau, die im unabhängigkeitskrieg gegen spanien ihren mann verloren hat. in ihrer trauer machte sie sich mit ihrem baby auf den weg durch die karge gegend um san juan (warum genau weiss ich auch nicht), doch in der hitze verdurstete sie. als ein hirte sie drei tage später tot auffand, war das kind noch am leben, da es von der brust der mutter getrunken hat.
die leute hier bitten die defunta um hilfe und wenn sie erhört werden spenden sie ihr irgendwelche votive oder geschenke. das einfachste und häufigste ist wasser, das den durst der armen frau löschen soll. es gibt aber noch unzählige andere gaben, zum beispiel: autonummern, kleine modelle von häusern, die wie eine kleine stadt an einen hügel gebaut sind, fotos von kindern und hochzeiten, blumen, modelle von lastwagen, pokale, hochzeitskleider, usw. es soll auch ganz wertvolle geschenke hier haben, z.b. ein paar schuhe von maradona, aber diese dinge haben wir nicht gesehen. man kann es kaum beschreiben, wie wahnsinnig diese ganze stätte wirkt. jedenfalls ist es unglaublich eindrücklich, gerade weil es etwas absolut autentisches ist.
nach unserer rückkehr, wurde eine weile diskutiert. es war klar, dass wir unser geld nicht zurückbekommen würden, denn 1. naturgewalt und 2. hatten wir bereits den grössten teil der tour gemacht. wir erhielten dann je gut 10Fr. zurück (von ca. 70.-) und durften dafür am nachmittag eine gratis weintour machen. das hat sich auch tatsächlich gelohnt, obwohl wir bereits eine in mendoza gemacht hatten. diese hier war viel interessanter und kurzweiliger, und man hat auch viel mehr wein zum degustieren gekriegt. einen dieser weine haben wir dann auch gekauft, und trinken ihn im moment. falls also mein text irgendwie komisch ist, wird es wohl am wein liegen..
so wurden wir zwar nicht entschädigt, aber hatten doch eine angenehme abfindung für unseren frust. leider werden wir aber nun das valle de la luna nicht sehen. morgen wollen wir noch ins museum, damit wir wenigstens die dinosaurier sehen, die man dort gefunden hat.
morgen abend fahren wir mit dem nachtbus weiter nach tucuman. dort in der nähe befindet sich quilmes, angeblich die wichtigste archäologische stätte argentiniens, nach der auch das hiesige bier benannt ist. hoffentlich haben wir dort keine naturgewalten, die eine besichtigung verhindern!
vamos a ver...
wir befinden uns hier auch im weinanbaugebiet argentiniens, wo es wirklich unmengen von reben gibt. es ist auch dementsprechend heiss - ich höre gar nicht mehr auf zu schwitzen. um ehrlich zu sein, freue ich mich schon wieder auf die etwas kühleren gebiete unserer geplanten route.
im moment sind wir in san juan, etwas nördlich von mendoza. hier in der "nähe" ist das berühmte valle de la luna, wo es im wüstenähnlichen gebiet faszinierende gesteinformationen zu sehen gibt. natürlich wollten wir das auch besichtigen und haben für heute eine tour gebucht, relativ teuer, aber das war es uns wert. wir sind dann auch heute früh morgens losgefahren - 3 stunden ist ein weg, bzw. über 300km. dort angekommen heisst es, der park sei geschlossen, wegen überschwemmung. tatsächlich hat es hier in letzter zeit überdurchschnittlich viel geregnet, und die möglichkeit, dass der park geschlossen wird, bestand bereits gestern. nur hat uns das vorher niemand gesagt!
wir sind dann die drei stunden halt wieder zurück gefahren. dank unserem netten guide carlos war die sache aber nicht ganz so schlimm, da er uns wirklich viel über die gegend, das land und die politik argentiniens erzählt hat. ich konnte auch mein spanisch ein bisschen üben.
auf dem rückweg haben wir noch bei der pilgerstätte der "defunta correa" halt gemacht. das ist was ganz interessantes. die defunta ist eine volksheilige, die von der katholischen kirche nicht anerkannt wird. dennoch ist sie bei allen argentiniern, besonders bei reisenden und lkw-fahrern, extrem beliebt. nur schon in der "heiligen woche" kommen jährlich hunderttausende, um ihr geschenke zu weihen. die geschichte der defunta correa geht ungefähr folgendermassen: sie war eine schöne frau, die im unabhängigkeitskrieg gegen spanien ihren mann verloren hat. in ihrer trauer machte sie sich mit ihrem baby auf den weg durch die karge gegend um san juan (warum genau weiss ich auch nicht), doch in der hitze verdurstete sie. als ein hirte sie drei tage später tot auffand, war das kind noch am leben, da es von der brust der mutter getrunken hat.
die leute hier bitten die defunta um hilfe und wenn sie erhört werden spenden sie ihr irgendwelche votive oder geschenke. das einfachste und häufigste ist wasser, das den durst der armen frau löschen soll. es gibt aber noch unzählige andere gaben, zum beispiel: autonummern, kleine modelle von häusern, die wie eine kleine stadt an einen hügel gebaut sind, fotos von kindern und hochzeiten, blumen, modelle von lastwagen, pokale, hochzeitskleider, usw. es soll auch ganz wertvolle geschenke hier haben, z.b. ein paar schuhe von maradona, aber diese dinge haben wir nicht gesehen. man kann es kaum beschreiben, wie wahnsinnig diese ganze stätte wirkt. jedenfalls ist es unglaublich eindrücklich, gerade weil es etwas absolut autentisches ist.
nach unserer rückkehr, wurde eine weile diskutiert. es war klar, dass wir unser geld nicht zurückbekommen würden, denn 1. naturgewalt und 2. hatten wir bereits den grössten teil der tour gemacht. wir erhielten dann je gut 10Fr. zurück (von ca. 70.-) und durften dafür am nachmittag eine gratis weintour machen. das hat sich auch tatsächlich gelohnt, obwohl wir bereits eine in mendoza gemacht hatten. diese hier war viel interessanter und kurzweiliger, und man hat auch viel mehr wein zum degustieren gekriegt. einen dieser weine haben wir dann auch gekauft, und trinken ihn im moment. falls also mein text irgendwie komisch ist, wird es wohl am wein liegen..
so wurden wir zwar nicht entschädigt, aber hatten doch eine angenehme abfindung für unseren frust. leider werden wir aber nun das valle de la luna nicht sehen. morgen wollen wir noch ins museum, damit wir wenigstens die dinosaurier sehen, die man dort gefunden hat.
morgen abend fahren wir mit dem nachtbus weiter nach tucuman. dort in der nähe befindet sich quilmes, angeblich die wichtigste archäologische stätte argentiniens, nach der auch das hiesige bier benannt ist. hoffentlich haben wir dort keine naturgewalten, die eine besichtigung verhindern!
vamos a ver...
Samstag, 12. Februar 2011
zuhause bei pablo neruda...
so, da stephie gerade ein schläfchen macht, komme ich heute schon wieder dazu einen blog-eintrag zu machen.
gestern waren wir also in isla negra, im haus von pablo neruda. für jene, die nicht wissen, wer das ist: neruda war ein chilenischer schriftsteller und diplomat, und ausserdem ein passionierter sammler. letzteres erkennt man, wenn man sein haus besucht. es ist vollgestopft mit jeglichen unbrauchbaren sachen, von klavierbeinsockeln über galionsfiguren, käfer und schmetterlinge, instrumente, holzmasken, muscheln, glasflaschen, bis zu kunstvoll geschnitzten pfeifen und bunten steinen. und dann nicht etwa nur fünf exemplare von diesen dingen sondern von 10 aufwärts. das haus ist noch genauso eingerichtet, wie zu seinen lebzeiten, und es sieht also wirklich aus wie ein museum. ich glaube es gibt kaum einen menschen, der mit mehr ausdauer gesammelt hat als neruda. aber man muss sagen, der mann hatte geschmack: es sind wirklich alles ganz tolle stücke und auch schön angeordnet.
witzig an der ganzen sache ist, neruda liebte das meer und die seefahrt, und das ganze haus ist gebaut wie ein schiff: enge türen und treppen, ein sehr kleines badezimmer, gewölbte holzdecken, keine nägel in den brettern sondern holzdübel, usw. er hatte auch ein boot, mit dem er jedoch nie gefahren ist, denn: neruda konnte weder schwimmen noch ein boot lenken, und er wurde ständig seekrank! deshalb hat er sich wohl ein schiff an land gebaut. es gibt noch andere solche kuriositäten, z.b. hat er verschiedene musikinstrumente gesammelt, doch er konnte keines davon spielen. er mochte sie einfach wegen ihrer form.
es war also ein sehr interessanter ausflug, obwohl die führung durchs haus etwas monoton war. und leider durfte man im innern auch keine fotos machen...
gestern abend gingen wir dann noch an ein gratis-openair-konzert hier in valpo, das auf einem grossen steg im meer stattfand. eigentlich hätte es um 5 beginnen sollen, es begann dann aber erst um 7. es traten lauter lokale musiker auf, das meiste war ganz gut, aber da es kalt wurde, mussten wir uns kurz nach 9 schon auf den heimweg machen. heute abend wollen wir nochmals gehen, aber dann nehmen wir etwas wärmere kleider mit.
heute waren wir noch in vina del mar, dem strand- und bade-mekka chiles. es ist aber nicht so schön, wie alle sagen. und man kann im meer auch gar nicht richtig baden, da es viel zu hohe wellen hat und die starken strömungen einen ins meer ziehen, wenn man zu weit reingeht. ich bin dann doch kurz rein, d.h. ich habe mich etwas "eingetunkt", wenn gerade keine grosse welle kam.
wir wollten dann zum zmittag fisch essen, doch gab es dort nur pizza-restaurants! endlich haben wir dann eins gefunden, wo wir recht gute, aber etwas teure, crevetten assen.
valparaiso gefällt mir ausserdem immer besser. hier könnte ich mir sogar vorstellen eine weile zu leben. wir haben uns auch schon mit den lokalen bussen angefreundet, die über die hügel und in die ebene runter fahren. allerdings ist mein magen jeweils nicht besonders erfreut über die fahrt, da es immer recht zackig geht, rauf und runter, und ziemlich schnell um die kurven. aber zum glück sitzt man jeweils nicht so lange im bus...
morgen fahren wir also nach mendoza und wollen dort ein bisschen wein trinken...bis dann!
gestern waren wir also in isla negra, im haus von pablo neruda. für jene, die nicht wissen, wer das ist: neruda war ein chilenischer schriftsteller und diplomat, und ausserdem ein passionierter sammler. letzteres erkennt man, wenn man sein haus besucht. es ist vollgestopft mit jeglichen unbrauchbaren sachen, von klavierbeinsockeln über galionsfiguren, käfer und schmetterlinge, instrumente, holzmasken, muscheln, glasflaschen, bis zu kunstvoll geschnitzten pfeifen und bunten steinen. und dann nicht etwa nur fünf exemplare von diesen dingen sondern von 10 aufwärts. das haus ist noch genauso eingerichtet, wie zu seinen lebzeiten, und es sieht also wirklich aus wie ein museum. ich glaube es gibt kaum einen menschen, der mit mehr ausdauer gesammelt hat als neruda. aber man muss sagen, der mann hatte geschmack: es sind wirklich alles ganz tolle stücke und auch schön angeordnet.
witzig an der ganzen sache ist, neruda liebte das meer und die seefahrt, und das ganze haus ist gebaut wie ein schiff: enge türen und treppen, ein sehr kleines badezimmer, gewölbte holzdecken, keine nägel in den brettern sondern holzdübel, usw. er hatte auch ein boot, mit dem er jedoch nie gefahren ist, denn: neruda konnte weder schwimmen noch ein boot lenken, und er wurde ständig seekrank! deshalb hat er sich wohl ein schiff an land gebaut. es gibt noch andere solche kuriositäten, z.b. hat er verschiedene musikinstrumente gesammelt, doch er konnte keines davon spielen. er mochte sie einfach wegen ihrer form.
es war also ein sehr interessanter ausflug, obwohl die führung durchs haus etwas monoton war. und leider durfte man im innern auch keine fotos machen...
gestern abend gingen wir dann noch an ein gratis-openair-konzert hier in valpo, das auf einem grossen steg im meer stattfand. eigentlich hätte es um 5 beginnen sollen, es begann dann aber erst um 7. es traten lauter lokale musiker auf, das meiste war ganz gut, aber da es kalt wurde, mussten wir uns kurz nach 9 schon auf den heimweg machen. heute abend wollen wir nochmals gehen, aber dann nehmen wir etwas wärmere kleider mit.
heute waren wir noch in vina del mar, dem strand- und bade-mekka chiles. es ist aber nicht so schön, wie alle sagen. und man kann im meer auch gar nicht richtig baden, da es viel zu hohe wellen hat und die starken strömungen einen ins meer ziehen, wenn man zu weit reingeht. ich bin dann doch kurz rein, d.h. ich habe mich etwas "eingetunkt", wenn gerade keine grosse welle kam.
wir wollten dann zum zmittag fisch essen, doch gab es dort nur pizza-restaurants! endlich haben wir dann eins gefunden, wo wir recht gute, aber etwas teure, crevetten assen.
valparaiso gefällt mir ausserdem immer besser. hier könnte ich mir sogar vorstellen eine weile zu leben. wir haben uns auch schon mit den lokalen bussen angefreundet, die über die hügel und in die ebene runter fahren. allerdings ist mein magen jeweils nicht besonders erfreut über die fahrt, da es immer recht zackig geht, rauf und runter, und ziemlich schnell um die kurven. aber zum glück sitzt man jeweils nicht so lange im bus...
morgen fahren wir also nach mendoza und wollen dort ein bisschen wein trinken...bis dann!
Freitag, 11. Februar 2011
haare lassen und berge besteigen
so, nun melde ich mich auch wiedermal. wahrscheinlich habt ihr bei stephie schon gelesen, was wir so erlebt haben. allerdings hat sie einige wenige dinge nicht erwähnt, so dass ich das noch nachholen kann.
da wäre einmal unser coiffeurbesuch... angefangen hat es damit, dass mich meine haare genervt haben. man muss dabei wissen, dass ich sie eigentlich wachsen lassen wollte. aber wie das unterwegs so ist, musste ich sie doch immer zusammennehmen, weil es zu heiss war oder zu windig oder aus irgendwelchen anderen gründen, was manchmal auch mühsam ist. ausserdem wurden sie unten schon sehr strohig - obwohl wir erst einen knappen monat unterwegs waren! deshalb habe ich entschieden: die haare müssen ab! und zwar nicht einfach so ein bisschen, sondern gleich richtig. nachwachsen tun sie ja sowieso. mit meinen coiffeur-gedanken habe ich dann auch tatsächlich noch stephie und anita (die in bariloche zu uns gestossen ist) angesteckt. der coiffeurbesuch war dann auch sehr spannend. die damen an der reception des ladens, die bei mir zusahen, haben grosse augen gemacht, als meine mehr als 20cm langen haare gepurzelt sind. auch mein coiffeur hat gestaunt als ich immer wieder sagte: "mas corte!" er fand dann aber am schluss, dass es jetzt besser aussehe. und ich bin zufrieden - jetzt brauche ich unter der dusche 5min. weniger und muss weder kämmen noch sonst irgendwas. stephie hat nun übrigens stränchen und anita hat ganz rotes haar - sieht gut aus! überzeugt euch selbst:
von bariloche ging es dann weiter nach valdivia und von dort nach pucon. den vulkan, den wir dort sahen, könnt ihr auf stephies blog bestaunen - echt grandios! dort machten wir auch eine tolle wanderung durch den nationalpark. leider hatte stephie dort magenprobleme und war deshalb etwas schwach. aber ich fand es dort echt grandios. es ging die ganze zeit durch wald, immer bergauf. wieder eine ganz andere art von wald als wir bisher gesehen haben. oben traf man dann auf zahlreiche wunderbar idyllische seen. ich habe dort auch einige spechte mit knallrotem kopf gesehen. wirklich toll! nur beim bergab gehen habe ich mein knie etwas gespürt, aber nicht so fest wie in chalten. unten habe ich dann im recht warmen see noch die füsse gebadet. richtig gebadet habe ich dann erst am nächsten tag im etwas kälteren lago villarica. das war aber auch toll - die seen sind hier alle ganz klar und sauber.
zum baden kamen wir auch in der letzten woche in pirque/santiago (bei tanners). dort haben wir uns richtig verwöhnen lassen. wir waren auch einmal in den termas del plomo, einer natürlichen termalquelle, ganz ohne infrastruktur, die in einer wunderbaren landschaflichen szenerie auf über 3000müm liegt. dort habe ich mich allerdings ein wenig erkältet, da es am abend ziemlich kalt wurde. auf dem rückweg nach pirque sahen wir dann auch einen unglaublichen sternenhimmel: orion, das kreuz des südens, und eine endlose milchstrasse.
nach unserem schönen aufenthalt bei tanners in pirque sind wir nun in valparaiso angekommen, und haben die letzten zwei tage die hügel und täler der stadt erkundet. ich habe mich auf anhieb in "valpo" verliebt! es ist eine wunderschöne stadt: die häuser sind ganz bunt, an allen wänden sind tolle malereien und grafitti, bänke und plätze sind mit mosaiken verziert, und an jeder ecke hört man von irgendwoher musik. und all das ist absolut kreativ, irgendwie unsystematisch, aber mit einer unglaublichen liebe zum detail gestaltet. es wirkt, als wäre die stadt ein einziges kunstwerk. hinzu kommt, dass es teilweise extrem steil bergauf geht, so dass steile strassen, enge treppen und die lustigen klapprigen lifte ihren teil zum gesamtbild beitragen. ich muss sagen: hier würde ich es durchaus auch längere zeit aushalten!
morgen wollen wir nach isla negra, wo eines der häuser von pablo neruda steht, das ziemlich interessant eingerichtet sein soll. und in den nächsten tagen wollen wir auch noch an ein gratiskonzert von lokalen musikern, das hier am hafen stattfindet. am samstag wollen wir noch nach vina del mar, DER badeort in chile schlechthin. mal schaun wie das wird...
für sonntag haben wir uns noch ein busticket nach mendoza gekauft. es geht also wieder nach argentinen. wir machen gewissermassen "grenzschlängeln". denn von mendoza wollen wir nach salta und von dort dann wieder nach chile - in die atacamawüste. aber das liegt alles noch in der zukunft.
nun noch etwas aus der gegenwart: habt ihr gewusst, dass man in chile den mojito statt mit minze mit basilikum trinkt? wir sagen dazu nur: interessant!
da wäre einmal unser coiffeurbesuch... angefangen hat es damit, dass mich meine haare genervt haben. man muss dabei wissen, dass ich sie eigentlich wachsen lassen wollte. aber wie das unterwegs so ist, musste ich sie doch immer zusammennehmen, weil es zu heiss war oder zu windig oder aus irgendwelchen anderen gründen, was manchmal auch mühsam ist. ausserdem wurden sie unten schon sehr strohig - obwohl wir erst einen knappen monat unterwegs waren! deshalb habe ich entschieden: die haare müssen ab! und zwar nicht einfach so ein bisschen, sondern gleich richtig. nachwachsen tun sie ja sowieso. mit meinen coiffeur-gedanken habe ich dann auch tatsächlich noch stephie und anita (die in bariloche zu uns gestossen ist) angesteckt. der coiffeurbesuch war dann auch sehr spannend. die damen an der reception des ladens, die bei mir zusahen, haben grosse augen gemacht, als meine mehr als 20cm langen haare gepurzelt sind. auch mein coiffeur hat gestaunt als ich immer wieder sagte: "mas corte!" er fand dann aber am schluss, dass es jetzt besser aussehe. und ich bin zufrieden - jetzt brauche ich unter der dusche 5min. weniger und muss weder kämmen noch sonst irgendwas. stephie hat nun übrigens stränchen und anita hat ganz rotes haar - sieht gut aus! überzeugt euch selbst:
von bariloche ging es dann weiter nach valdivia und von dort nach pucon. den vulkan, den wir dort sahen, könnt ihr auf stephies blog bestaunen - echt grandios! dort machten wir auch eine tolle wanderung durch den nationalpark. leider hatte stephie dort magenprobleme und war deshalb etwas schwach. aber ich fand es dort echt grandios. es ging die ganze zeit durch wald, immer bergauf. wieder eine ganz andere art von wald als wir bisher gesehen haben. oben traf man dann auf zahlreiche wunderbar idyllische seen. ich habe dort auch einige spechte mit knallrotem kopf gesehen. wirklich toll! nur beim bergab gehen habe ich mein knie etwas gespürt, aber nicht so fest wie in chalten. unten habe ich dann im recht warmen see noch die füsse gebadet. richtig gebadet habe ich dann erst am nächsten tag im etwas kälteren lago villarica. das war aber auch toll - die seen sind hier alle ganz klar und sauber.
zum baden kamen wir auch in der letzten woche in pirque/santiago (bei tanners). dort haben wir uns richtig verwöhnen lassen. wir waren auch einmal in den termas del plomo, einer natürlichen termalquelle, ganz ohne infrastruktur, die in einer wunderbaren landschaflichen szenerie auf über 3000müm liegt. dort habe ich mich allerdings ein wenig erkältet, da es am abend ziemlich kalt wurde. auf dem rückweg nach pirque sahen wir dann auch einen unglaublichen sternenhimmel: orion, das kreuz des südens, und eine endlose milchstrasse.
nach unserem schönen aufenthalt bei tanners in pirque sind wir nun in valparaiso angekommen, und haben die letzten zwei tage die hügel und täler der stadt erkundet. ich habe mich auf anhieb in "valpo" verliebt! es ist eine wunderschöne stadt: die häuser sind ganz bunt, an allen wänden sind tolle malereien und grafitti, bänke und plätze sind mit mosaiken verziert, und an jeder ecke hört man von irgendwoher musik. und all das ist absolut kreativ, irgendwie unsystematisch, aber mit einer unglaublichen liebe zum detail gestaltet. es wirkt, als wäre die stadt ein einziges kunstwerk. hinzu kommt, dass es teilweise extrem steil bergauf geht, so dass steile strassen, enge treppen und die lustigen klapprigen lifte ihren teil zum gesamtbild beitragen. ich muss sagen: hier würde ich es durchaus auch längere zeit aushalten!
morgen wollen wir nach isla negra, wo eines der häuser von pablo neruda steht, das ziemlich interessant eingerichtet sein soll. und in den nächsten tagen wollen wir auch noch an ein gratiskonzert von lokalen musikern, das hier am hafen stattfindet. am samstag wollen wir noch nach vina del mar, DER badeort in chile schlechthin. mal schaun wie das wird...
für sonntag haben wir uns noch ein busticket nach mendoza gekauft. es geht also wieder nach argentinen. wir machen gewissermassen "grenzschlängeln". denn von mendoza wollen wir nach salta und von dort dann wieder nach chile - in die atacamawüste. aber das liegt alles noch in der zukunft.
nun noch etwas aus der gegenwart: habt ihr gewusst, dass man in chile den mojito statt mit minze mit basilikum trinkt? wir sagen dazu nur: interessant!
Montag, 24. Januar 2011
auf der ruta 40 nach bariloche
auch wenn stephie euch mit sicherheit etwas anderes erzählen wird: die ruta 40 ist wirklich eine reise wert. wenn auch die landschaft nicht so "breathtaking" ist, wie in unserem guide beschrieben, so ist sie absolut beeindruckend. und zwar nicht deshalb, weil sie besonders schön ist, sondern deshalb, weil sie eben nicht schön ist bzw. eine ganz eigene art von schönheit besitzt. hier zeigt sich patagonien so, wie man es erwartet: karg, wüstenähnlich und vor allem endlos. hier fühlt man sich viel eher wie am ende der welt, als in ushuaia. wenn man aus einem land kommt, in dem jeder quadratkilometer besiedelt ist, kann man sich eine derartige weite gar nicht vorstellen. wir sind zwei tage lang, morgens bis abends, praktisch nur bus gefahren. und alles was man gesehen hat war spärliches gras, büsche, vereinzelte schaf- und guanaco-gruppen, einmal eine tote kuh, und in der ferne am horizont hügel und berge. wenn man sich vorstellt, dass sich dieses gebiet über tausende von kilometern erstreckt, ist das einfach unfassbar. und das wirklich schöne daran: ab und zu kommt man an einen bach, fluss oder see und plötzlich spriesst das leben. alles ist grün an diesen oasen und der übergang zur "wüste" ist recht abrupt. irgendwie passt das nicht so richtig zusammen, was es umso eindrücklicher macht.
genau so ist es auch beim rio pintura, der durch einen tollen canyon fliesst. nach stunden durch die einöde über die holprige piste der ruta 40 wirkt dieser ort wie eine offenbarung. ein grünes tal mit bäumen, calafate-büschen, blumen und einem bach und wiesen wo kühe weiden. so etwas erwartet man nicht, was es umso schöner macht. hinzu kommt die sehr eindrückliche cueva de las manos, wo menschen vor 8000 jahren ihre handabdrücke hinterlassen haben. wir haben hier übrigens auch erstmals ein gürteltier gesehen, das an einer toten kuh nagte. allerdings war es viel zu schnell weg, als das wir es hätten fotografieren können. dafür habe ich die tote kuh fotografiert.
ich muss sagen, dass dieser ausflug etwas vom schönsten war, das wir bisher gemacht haben, besonders weil es unsere erwartungen um weiten übertroffen hat. diesem erlebnis schloss sich dann leider auch meine bisher übelste nacht an. wir kamen erst nach 1uhr im kleinen dörfchen perito moreno an, wo wir ein zimmer bezogen, in dem bereits zwei leute schliefen. aus rücksicht machten wir kein licht, und deshalb sah ich nicht, dass hinter deren gepäck eine wolldecke gelegen hätte. jedenfalls hab ich dann die nacht ohne decke zugebracht, und obwohl ich einiges angezogen habe, war mir sehr kalt und ich habe kaum ein auge zugetan.
übrigens noch zur ruta cuarenta: die schotterpiste geht nur bis perito moreno. von da an nördlich ist alles geteert und südlicher sind sie auch bereits daran eine neue strasse zu bauen. wer also die gelegenheit nutzen will und noch auf der alten holprigen strasse fahren möchte, muss sich beeilen. schon bald wird sich der fahrkomfort stark verbessern, ganz im sinne von stephie, der das ewige geholper überhaupt nicht gepasst hat. meiner meinung nach verliert die strecke dann aber auch einen teil ihres charmes.
die letzten tage waren wir in esquel. ein recht schönes örtchen, von wo aus man in den los alerces nationalpark kommt, den wir natürlich besucht haben. leider war am einen tag das wetter eher schlecht, was mich weniger, stephie aber sehr stark gestört hat. der park besteht praktisch nur aus seen und bewaldeten hügeln. der wald ist unglaublich dicht, und die bäume wachsen stark in die höhe um etwas vom spärlichen sonnenlicht zu erhaschen, das in diese niederschlagsreiche region fällt. die seen sind hier von einer erstaunlichen intensität, von dunkel- über türkisblau bis smaragdgrün. mit dem schiff kommt man über einen dieser seen zum alerzal, wo die älteste alerce in diesem gebiet steht. allerdings haben wir erfahren dass es in chile noch viel ältere, über 3000jährige bäume gibt. der hier, genannt "el abuelo" (grossvater), ist ca. 2600 jahre alt. im vergleich mit einem sequoia sieht er allerdings weniger beeindruckend aus, er hat nur einen durchmesser von gut 2 metern. das ist allerdings auch das spezielle an diesen bäumen, die übrigens zu den zypressen gehören und ganz ganz kleine blättchen besitzen, die aussehen wie nadeln: diese alercen wachsen nur ca. 1mm im jahr, dh. 1cm in zehn jahren. das bedeutet, dass ein bäumchen von 10cm dicke bereits hundert jahre alt ist!
wir sind dann weitergefahren nach bariloche, wo wir jetzt und noch bis freitag sind. man hat uns gesagt, es sei hier ein wenig wie in der schweiz, was auch tatsächlich irgendwie stimmt. die gegend hier gehört bereits zum lake district, es hat also sehr viele seen, und auch viele berge. wenn man die leute, die sprache und die stadt etwas ändern würde, könnte man wirklich meinen, man sei beispielsweise irgendwo am vierwaldstättersee. kein wunder haben sich die schweizer und deutschen auswanderer hier wohl gefühlt. hier kriegt man in den restaurants auch überall fondue, jegliches bier und es hat tonnenweise schokoladen-shops. einige häuser sind auch im so genannten "chalet-stil" erbaut, was meiner meinung nach aber eher an kanadische blockhütten denn an chalets erinnert. sogar einen touristen-bernhardiner mit fässchen gibts hier und in unerem hostel wohnt auch einer.
wir machen hier mal ein wenig pause vom reisen. in den nächsten tagen wollen wir mal auf einen berg mit sessellift, und zur colonia suiza, wo es anscheinend am mittwoch einen markt gibt. ansonsten sitzen wir am see, wo wir ausgiebig zum lesen kommen, oder in den cafes in der stadt.
am freitag wollen wir nun nach chile reisen, erstmal nach osorno, und dann schauen wir mal weiter. immer richtung norden jedenfalls, so dass wir wohl mitte februar in santiago sind.
so, das war jetzt ziemlich viel, aber ich hoffe auch interessant. wir freuen uns auch immer über nachrichten von euch!
dann also bis bald...
Mittwoch, 19. Januar 2011
fitz roy leider in den wolken
wir sind nun in el chalten. das ist noch ein viel grösseres kaff als calafate, wo es immerhin einen guten supermarkt gibt. hier gibt es einen bankomaten, der aber nicht immer geld hat - im moment hat er keins. als wir gestern hier ankamen, war das wetter ziemlich scheisse. es hat immer wieder geregnet, und man hat überhaupt nichts von den bergen gesehen. deshalb sind wir dann zu einem wasserfall gelaufen, der aber auch nicht besonders spektakulär war. da wir in letzter zeit eher wenig geschlafen hatten, gingen wir gestern dann bereits um neun ins bett. komisch, denn hier ist es bis ca. 11uhr hell. als wir heute aufstanden, war das wetter herrlich. wir machten uns voller wanderslust auf den weg, um den berühmten cerro fitz roy zu sehen. der weg hinauf war gut, allerdings hatte es unmengen leute. die letzten ca. 500 höhenmeter waren recht steil - dann kam man zum lago de los tres, der direkt unter dem berg liegt. dieser blieb allerdings den ganzen tag in den wolken, nur sehr kurz zeigte er wenige teile von sich. schade, aber dafür war das wetter sonst toll. ich hab mir auch einen sonnenbrand eingefangen - trotz daylong-sonnencreme. das steile stück war zum hinuntersteigen ziemlich heavy, ich hatte dann auch etwas schmerzen im knie. der restliche rückweg war dann auch recht anstrengen, da wir bereits ziemlich müde waren, und es auch noch zu regnen anfing. ausserdem hat es den ganzen tag wie ein satan gewindet, so dass es mir zeitweise die brille von der nase wehte.
im grossen und ganzen war es aber eine sehr schöne wanderung, auch wenn wir jetzt etwas auf dem hund sind.
morgen fahren wir weiter auf der ruta quarenta, auf der bereits che guevara und alberto granado den grössten teil ihrer berühmten motorrad-tour gemacht hatten. die landschaft entlang der strasse soll sehr schön sein. abends werden wir dann die cueva de los manos besuchen, in der es höhlenmalereien und hunderte von handabdrücken an den wänden hat. am donnerstag fahren wir weiter nach esquel, um dort den los alerces-nationalpark zu besuchen, wo bäume stehen, die über 2000 jahre alt sind.
ihr seht, wir haben viel vor, auch wenn wir das chilenische patagonien verpasst haben. dort ist die lage noch immer nicht besser. die touristen werden nun vom roten kreuz versorgt, unsere freunde sind ebenfalls noch dort. es gab auch leute, die zu fuss an die grenze gelaufen sind. als die in calafate ankamen, waren sie sehr kaputt und frustriert. wir sind schlicht froh, dass wir nicht in diesen schlamassel geraten sind...
hasta luego!
im grossen und ganzen war es aber eine sehr schöne wanderung, auch wenn wir jetzt etwas auf dem hund sind.
morgen fahren wir weiter auf der ruta quarenta, auf der bereits che guevara und alberto granado den grössten teil ihrer berühmten motorrad-tour gemacht hatten. die landschaft entlang der strasse soll sehr schön sein. abends werden wir dann die cueva de los manos besuchen, in der es höhlenmalereien und hunderte von handabdrücken an den wänden hat. am donnerstag fahren wir weiter nach esquel, um dort den los alerces-nationalpark zu besuchen, wo bäume stehen, die über 2000 jahre alt sind.
ihr seht, wir haben viel vor, auch wenn wir das chilenische patagonien verpasst haben. dort ist die lage noch immer nicht besser. die touristen werden nun vom roten kreuz versorgt, unsere freunde sind ebenfalls noch dort. es gab auch leute, die zu fuss an die grenze gelaufen sind. als die in calafate ankamen, waren sie sehr kaputt und frustriert. wir sind schlicht froh, dass wir nicht in diesen schlamassel geraten sind...
hasta luego!
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